SPD Arbeitskreis der Fraktion; 10. März 2005
Aktionsbündnis Urheberrecht für
Bildung und Wissenschaft
www.urheberrechtsbuendnis.de
Eberhard R. Hilf
ISN
Institute for Science Networking Oldenburg GmbH
www.isn-oldenburg.de
Urheberrechtsverfügung: Jedes Slide darf von Ihnen
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Die ISN erarbeitet neue Dienste für Wissenschafts-Bibliotheken
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Besonderheiten von Bildung und Wissenschaft (B+W)
B+W ist weit überwiegend Staatsauftrag:
- dem Gemeinwohl zu dienen
- die Wettbewerbsfähigkeit in Wissenschaft und Industrie national und international
auch für die Zukunft zu sichern
Dies geschieht durch
- Forschung im internationalen Kontext
- Ausbildung von Studenten
- Bildungsdienste
I. Die Adressaten des UrhG in Bildung und Wissenschaft
Adressaten sind: Autoren, Dozenten, Gutachter, Informationsdienstleister und Nutzer.
Sie müssen in ihrer Arbeitsfähigkeit von wirtschaftlichen Interessen
unabhängig sein.
Sie sind daher ganz überwiegend staatlich finanziert.
Ihr Einkommen ist daher nicht Profit-orientiert.
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Katalytisch erzeugt B+W einen ungeheuren
Mehrwert für die Volkswirtschaft.
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Informationsdienste für Bildung und Wissenschaft
Informations-Dienste können durch die freie Wirtschaft erbracht werden
(Outsourcing). Sie müssen dann aber
- B+W unterstützen und fördern (und nicht aus eigenen wirtschaftlichen
Interessen behindern).
- Die dafür eingesetzten Haushaltsmittel sparsam und effektiv umsetzen.
- Keine wirtschaftlichen Abhängigkeiten erzeugen
(im Wettbewerb anzubieten).
Die Anforderungen aus Bildung und Wissenschaft an das Urheberrechtsgesetz
- Langfristig verlässliche durchsetzungsstarke
Schranken für B+W setzen.
- Den Einsatz modernster technischer Mittel und Dienste fördern.
- Outsourcen staatlicher Aufgaben nur bei Sicherstellen von Wettbewerb.
- Unterordnung privatwirtschaftlicher und privater Interessen unter das
Gemeinwohl.
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Arbeitsplätze der Vergangenheit durch
Subventionen erhalten oder zukunftsfähige Arbeitsplätze und Dienste
schaffen!
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Was erwarten die Wissenschaftler von Informationsdiensten
- weltweite maximale Verbreitung
- instantaner, nachnutzbarer Zugang
- Lesbarkeit, Integrität des Dokumentes
- möglichst hochwertige Bewertung, Referierung
- sichere Langzeitarchivierung
- Verstehbarkeit des Inhaltes durch die (zukünftigen) Leser
- Auffindbarkeit im Web durch für Maschinen verstehbare Inhaltsbeschreibungen
- Experten, die die Informations-Beschaffung und -Verbreitung unterstützen
- Finanzierung der Autoren, Leser und Dienstleister durch den Staat
- Einbettung in das weltweit verteilte Wissenschafts-System.
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Die Anforderungen an das Management wissenschaftlicher Informationen
werden sich nicht ändern.
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Übergang vom Papier- zum digitalen Zeitalter
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Der Übergang vom Papier- zum digitalen Zeitalter
vollzieht sich nur allmählich.
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Literaturversorgung I: Beharren, weil man es gewohnt ist
Gewöhnung an ein in 500 Jahren eingespieltes professionelles System
mit den Eigenschaften:
- Aufwand: Erstellen, Vertreiben, Sammeln und Anbieten auf Vorrat und Verdacht,
es könnte mal gelesen werden.
- Zeitverschleiss und möglicher Missbrauch: Erst referieren, dann publizieren.
- Langzeitarchivieren: einmal ablegen und kühlen..
- Hohe Kosten und Preise: 3.000,- Euro je Artikel.
- Geringe Abdeckung: selbst Harvard hat nur 60 % aller wissenschaftlichen
Zeitschriften.
- Umständliche und langsame Beschaffungsverfahren.
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Wissenschaftler sind, -strange to say, konservativ in ihren Arbeitsgewohnheiten
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Finanzströme im Papierzeitalter (roher Sketch)
Etwa 3.000,- Euro: von kommerziellen Verlagen vom Markt
verlangter Durchschnittspreis pro Artikel
Etwa 100 Mill. Euro pro Jahr Umsatz in Deutschland für kommerzielle Journale
39 % davon sind (beim internationalen Konzern ES) Gewinn nach Steuern
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.. und das für Zugang zu unter 10 % aller Zeitschriften..
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Szenario in der digitalen Welt
Geregelter aber weltweites offenes Anbieten, Verbreiten und Zugang
zu wissenschaftlichen Ergebnissen
unabhängig zu ihrer weiteren Vermarktung durch den Autor.
Vorteile:
- Geringer Aufwand: Search and Delivery on demand
- Erst publizieren, dann sorgfältig referieren [
Cern 2001 Conference on Peer Reviewing;]
- Langzeitarchivierung ein Problem: refreshing, Migration, Spiegelung, ..
[IUPAP Conference Lyon 2001]
- Geringe Kosten: 300,- Euro je Artikel [Terry-presentation]
- 100%-tige Literaturversorgung!!
- Instantane einfache Beschaffung
- Digital nachnutzbar
- Maschinenlesbare Semantik
- Autoren, Leser und Gutachter sind schon vom Staat finanziert
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Open Access ist das Geschäftsmodell für das digitale Zeitalter
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Weltweit verbreiten ist für Niemanden ein Problem.
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Digitale offene Archive: Stand und Entwicklung
Zahl der OA-Archive wächst
[
eprints ]
Die Zahl der OA-Dokumente und OA-Archive wächst
[eprints]
Die Zahl des Anteils der OA-Artikel wächst
in den letzten 12 Jahren von 2 % auf 11 %.
Zahl der Zitierungen
ist bei OA um fast das Doppelte höher,
als bei Nicht-OA Artikeln,
- gemittelt über etwa 300.000 Artikel
aller Wissensgebiete, und hat sich nicht wesentlich mit der Zeit geändert..
[Southampton-Oldenburg Collaboration]
[Weiterer Lesestoff:
Comparing the Impact of Open Access (OA) vs. Non-OA Articles in the Same Journals;
The Access/Impact Problem and the Green and Gold Roads to Open Access]
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Mehr zitiert werden heißt: Mehr wissenschaftlicher Impact, also Mehrwert.
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Informationen, Hilfestellungen, Hinweise
Zugang zum Wissen
Arbeitskräfte
Professionelle Mitarbeiterstellen in wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland:
2004
12.514 Arbeitskräfte laut Stellenplan
79.698 Benutzerarbeitsplätze, davon 9.000 mit Internetanschluss
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Wissenschaftsbibliotheken sind ein katalytisch hoch effektiver Wirtschaftsfaktor
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Beispiel einer digitalen Literaturversorgung
Fachbereich Physik Oldenburg
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Information Services]
- 01.01.2003: Alle kommerziellen Zeitschriften abbestellt.
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Ausnahmen: Kleine Zeitschriften
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Ausnahmen: Fachgesellschafts-Zeitschriften [Mehrwert: z.B. crossref, APS: PROLA].
- Ausnahmen: Kommerzielle Zeitschriften mit Mehrwert [wie z.B. Forum MSvon Wiley]
- Persönliche Betreuung der Arbeitsgruppen
- Arbeitsgruppen-spezifisches bequemes Finde-und-Bestell-Programm aller! Zeitschriftartikel
des Faches inklusive Email an den Autor.
- Zusatzdienste:
- Copyright-Regeln der einzelnen Zeitschriften
- Suchmaschinen, Autorentools, lokale Informationen
[Der! neue Markt für KMU]
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90 % der Kosten fließen nun in neue Arbeitsplätze;
100% der Literatur-Versorgung gewonnen.
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Ergebnisse digitaler Literaturversorgung
- Große Zufriedenheit;
- Kein Missbrauch;
- Bequemer;
- Neue wichtige Zeitschriften entdeckt;
- Scheinwelten entdeckt [Wer liest was? Wer las was schon lange nicht mehr?]
- Der direkte Bestellweg ist der beste: Email an den Autor
[Zusatzmehrwert für den Leser: er wird dem Autor bekannt.]
Literaturversorgung II: Welchen Weg gehen einige große kommerzielle Verlage?
Ziel: Aufrechterhaltung des analoge-Welt Geschäftsmodells.
1. Alle Konkurrenten aufkaufen, um Monopol zu bilden.
2. EU Richtlinie verschärfen
Wenn die kommerzielle Industrie einen Dienst anbietet,
dürfen staatliche Institutionen dies nicht tun.
(Vom Preis war nicht die Rede.. : TIB 3,-; ES variiert: für DE: 30,-; für NL: 15,-.)
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In Deutschland als internationales Test-Kampffeld das Urheberrechtsgesetz UrhG
verschärfen:
Gespräche im BMJ: Elsevier Science war im eigenen wirtschaftlichen
Interesse immer schon vorher da...
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Das Geschäftsmodell muss aus den Anforderungen der Wissenschaft folgen,
- und nicht umgekehrt.
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Worum geht es? UrhG-Reform als Marsch in die Vergangenheit?
- Durchsetzungsstärke der B+W-Schranken: schwach?
- Nur analoge Dokumentenkopien?
- Lehrmaterialien nicht für externe Hörer?
- Schlange stehen in der Bibliothek vor einem Bildschirm
und dann abschreiben?
- Aufbewahren von Materialien nicht für das nächste Semester?
- Zahlen für etwas, das man liest aber nicht einsetzt (Schnuppern)?
- Eingescannte Kulturschätze in den Bibliotheken vernichten?
Das Bundesjustizministerium BMJ hat sich die Vermittlung der zur Zeit
widerstreitenden Interessen von internationaler kommerzieller Großindustrie,
von Wissenschafts-Verlagen in Deutschland und von der Wissenschaft zur Aufgabe gemacht.
Es hat Anhörungen organisiert und Gespräche vermittelt.
Es hat den Gesetzgebungsprozess in mehreren Schritten (Körben) organisiert.
Es gilt nun, die Anforderungen der Wissenschaft als Basis des Prozesses
deutlich zu machen und zu artikulieren.
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Die UrhG-Reform hat als Effekt, das analoge Geschäftsmodell zu konservieren. |
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Die Reaktion der Wissenschaft
2003:
DINI
Deutsche Initiative für NetzwerkInformation:
UrhG Arbeitskreis: Gesetzentwurf nur für Bildung und Wissenschaft
Schranken allein nach dem Zweck
DINI lud im Juli 2004 zur Gründung ein eines
der Unterzeichner der
Göttinger Erklärung
Ein Aufruf, sich gemeinsam einzusetzen für
- die Anforderungen von Bildung und Wissenschaft an ein UrhG zu benennen
- die Interessen von Bildung und Wissenschaft zu vertreten
- die Potenziale für digitale Dienste im Informationsmanagement ausschöpfbar
zu halten
- Die wissenschaftliche Information für Jedermann zugänglich zu erhalten.
- Auf Rechtssicherheit und Verständlichkeit des UrhG hinwirken.
- Die Arbeitsbedingungen in Bildung und Wissenschaft in der digitalen Aera
zu optimieren.
- Auf die Aufgaben von Bildung und Wissenschaft für die Volkswirtschaft und die
internationale Wettbewerbsfähigkeit hinweisen.
Unterzeichner
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Die nationalen wissenschaftlichen Organisationen,
-
WR Wissenschaftsrat
-
HRK Hochschulrektorenkonferenz
-
FhG Fraunhofer-Gesellschaft
zur Förderung der angewandten Forschung
-
HGF Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren
-
MPG Max-Planck-Gesellschaft
-
WGL Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz
-
237 wissenschaftliche Institutionen,
-
3.178 Einzelpersönlicheiten aus der Wissenschaft.
Unter den Unterzeichnern sind
- 25 wissenschaftliche Fachgesellschaften
- 30 Fachhochschulen
- 25 Universitäten
- Bibliotheken, Rechenzentren, Wissenschaftler, Professoren, Studenten.
- Umfassende Stellungnahme zum Entwurf des BMJ
- Snyopsen, Presse-Erklärungen, Diskussionsabende, Expertisen
- Web-Server
- Rechts-Links;
-
Sammlung paralleler Aktionen Dritter
- Presse-Echo (ca. 700 Internet-Fundstellen)
Entwicklung des Bündnisses
- Weiter stark steigende Zahl von Unterzeichnern der GE
- Etablierung als kompetenter und repräsentativer Ansprechpartner
von Bildung und Wissenschaft im Gesetzgebungsverfahren.
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Eine Million Wähler und die zukünftige
Wettbewerbsfähigkeit der Industrie
stehen zur Diskussion.
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Adressen:
Aktionsbündnis Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft:
www.urheberrechtsbuendnis.de
Dienstleister: Institute for Science Networking Oldenburg
www.isn-oldenburg.de
Zusammenstellung von Informationen
für Autoren, Leser,
Bibiotheken, Verlage und Entscheidungsträger
zum Zugang zum Wissen:
zugang-zum-wissen.de
Eberhard R. Hilf
www.isn-oldenburg.de/~hilf
Beratung
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Ein Leben im Suchmaschinen-Zeitalter..
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