Source: http://www.isn-oldenburg.de/dini/eearning.html

Fassung 1.01; 19.9.2002;

Frühere Korrekturen: 6.6.2002, 28.1.2002; begonnen: 17.1.2002. Copyright: DINI

DINI Empfehlung zu eLearning

- Standards und Retrieval

Präambel

Die wissenschaftlichen Hochschulen stellen derzeit ihre Lehre an vielen Orten, in vielen Fächern und für alle Semester auf die Verwendung von Internet-Quellen in der Lehre um.

Dies ermöglicht e-learning, d.h. individuelles Lernen der Studierenden über das Netz, Einsatz von e-Quellen und Modulen von Autoren anderer Hochschulen (eTeaching), das gemeinsame Nutzen von Kursmaterialien an mehreren Orten (z.B. Physik Multimedial in Norddeutschland), und das gleichzeitige Studieren verschiedener Kurse an verschiedenen Universitäten.

Die Gestaltung einer eLern-Einheit ist Aufgabe des einzelnen Autors, die Lehrpläne sind Aufgabe der einzelnen Hochschule, vertreten durch den entsprechenden Fachbereich, die Kulturhoheit liegt bei den Ländern.

eLearning führt aber zu einer bundesweiten Vernetzung von Lehrveranstaltungen, Nutzung von Lernmodulen und einer entsprechenden bundesweiten Diskussion.

Beteiligt sind Wissenschaftler, Bibliotheken, Rechenzentren, Multimediazentren.

Parallel entwickeln sich an den Hochschule eine Reform und Integration der Informations-Infrastruktureinrichtungen IIE (Bibliothek, Rechenzentrum, Multimediazentrum).

Die Deutsche Initiative NetzwerkInformation DINI will die notwendige Betreuung der Förderung von eLearning leisten durch Diskussion, Erfahrungsaustausch, gemeinsamen Standards, bundesweitem Retrieval, und Bereitstellung von verteilten eLearning Quellen.

Diese Empfehlung stellt einen ersten Diskussionsansatz vor, wie diese Herausforderungen angegangen werden sollten.

Inhaltliche Pflege von eLearning Modulen durch Autoren

eLearning Module (Selbstlerneinheiten, Dozentenmodule, Lernplattformen) sollten von den Dozenten-Autoren selbst inhaltlich betreut und gepflegt werden.

Ins Netz stellen

Das Original der Module sollte daher auf dem Server des Autors bzw. dem Server seiner Universität (z.B. Fachbereich, UB, RZ, MM) liegen.

Die Quellen bilden daher eine verteilte Datenbank.

Kostenmodell

Lernmodule, die von Autoren an wissenschaftlichen Hochschulen in Deutschland erzeugt wurden, sollen allen Hochschulen in Deutschland kostenfrei zur Benutzung zur Verfügung stehen.

Dies sichert maximale Nutzung, und damit maximalen Mehrwert (besser qualifizierte Absolventen). Die Erzeugung der eLearning Module geschieht in der Regel durch Wissenschaftler an staatlich finanzierten Hochschulen.

Die Bereitstellung von Lehrmaterialien ist ebenfalls eine öffentliche Aufgabe und kann professionell von den IIE am Orte und den bundesweit tätigen SSB Sondersammelbibliotheken geleistet werden.

Erfahrungsaustausch

DINI bietet sich an, den Erfahrungsaustausch und Evaluationen bundesweit zu organisieren und zu betreuen.

Metadaten

Die IIEU sichern, daß die e-Learning Einheiten mit Metadaten versehen werden. Als Standard für Metadaten wird der von DublinCore beschlossene minimale Satz vorgeschlagen plus ergänzende Angaben gemäß den Vorschlägen der IEEE, des LOM (Learning Object Modules) und des ehemaligen EU-Projektes Ariadne.

DINI schlägt eine auf die Studiengänge angepaßte Auswahl von Metadaten vor. Nach etwa zwei Jahren sollte dann auf Grund der Erfahrungen eine endgültige Bestimmung vorgenommen werden.

Verteilte Universität

Die Universitäten werden ermuntert, eLearning Kurse gemeinsam anzubieten. Vorteile sind:

Rolle der Universitäts-Informationszentren [UIZ] (UB, RZ, MM)

Die UIZ stellen die Verfügbarkeit der eLearning Module sicher.

Jedes UIZ bietet sich den Autoren an seiner Hochschule an, das eLearning Modul auf seinem Rechner zu installieren und technisch verfügbar zu halten. Das UIZ wird das leichte Retrieval des Moduls organisieren durch Hinzufügen der entsprechenden Metadaten in Kontakt mit dem Autor, und durch Einspeisen dieser Daten in nationale Nachweissysteme.

Technische Realisierung

Jeder Erzeuger eines Moduls legt dieses auf einen Web-Server an seiner Hochschule.

Er trägt in eine Webform seines lokalen UIZ die entsprechenden Informationen ein, und erhält die Metadaten.

In einem nächsten Schritt kann der Autor sein Modul im Einvernehmen mit dem lokalen UIZ dort installieren und pflegen lassen.

In einem nächsten Schritt kann der Autor sein Modul im Einvernehmen mit der Sondersammelbibliothek [SSB] seines Faches dieses dort installieren und pflegen lassen. Dies empfiehlt sich insbesondere für technisch und inhaltlich sehr ausgereifte und besonders extensiv nachgefragte Module, sowie für Module, die zu archivieren sind, weil der Autor nicht mehr an der Aktualisierung und Verbesserung arbeiten kann oder will.

Retrieval

Die lokalen UIZ setzen einen Harvest-Gatherer auf, der von den Modulen des Standortes ein Index-file erstellt und dieses den Harvest-Brokern zur Verfügung stellt. Dabei prüfen sie die eingesetzten Metadaten.

Die Sondersammelbibliotheken setzen einen fachspezifischen Broker auf, der bundesweit das Retrieval aller eLearning Module unterstützt.

Langfristig könnten diese Broker an der DDB und/oder dem Bildungsserver gespiegelt werden.

Nutzer von eLearning Modulen

Der Dozent oder die Dozentin, die in ihrer lokalen Lehrveranstaltung eLearning Module Dritter einsetzen wollen, kann die Suchmaschine der SSB seines Faches nutzen, um die bundesweit verteilten Quellen auf geeignete Quellen hin abzusuchen.

Er wird hierin durch eine Suchmaske unterstützt, die die Metadaten unterstützt.

Er kann nun die Quelle in seiner Veranstaltung über das Netz einsetzen, so wie sie angeboten wird.

Sollte ihm die Abhängigkeit von Verfügbarkeit und Auslastung des Netzes und des Umfangs der Nutzung der Software nicht seinen Anforderungen entsprechen, kann er im Einvernehmen mit dem Anbieter diese zu sich befristet herunterladen. Dies sollte im Normalfall auf den Server seiner lokalen UIZ geschehen und mit dieser abgesprochen sein. Die entsprechende Download-Vereinbarung wird also zwischen Nutzer und Erzeuger/Anbieter geschlossen werden.

Sollte der Nutzer am Modul für seinen Einsatz Veränderungen vornehmen wollen, so wird er dies mit dem Erzeuger (Nachnutzung durch den Erzeuger) vereinbaren.

Rolle von DINI

DINI bietet sich an, zusammen mit den UIZ und SSB die entsprechenden Strukturen zu konzipieren, zu beraten, und die notwendigen Entwicklungsarbeiten zu betreuen, sowie den notwendigen Erfahrungsaustausch der Erzeuger, der Nutzer und der Betreiber zu organisieren. DINI könnte hierzu entsprechende Anträge zur Finanzierung betreuen.

Rolle der Kompetenzzentren

Die Kompetenzzentren werden ihre bereits vorhandenen Programme und Kenntnisse in die entsprechenden Projekte einbringen.

Rolle der Fachwissenschaften

DINI ruft die fachwissenschaftlichen Vertretungen auf, fachkompetente Editoren zu benennen, die den fachspezifischen Erfahrungsaustausch moderieren und bei der fachspezifischen Anpassung der Metadatensätze beraten.

Anhang: Stand von Realisierungen

Datenbank, Suchmaschine und Metadaten in PMM-Projekt

Im Vorhaben Physik Multimedial der fünf norddeutschen Hochschulen wird derzeit eine verteilte Nachweis-Struktur für multimediale Lernmaterialien in der Physik entwickelt. Sie soll durch Werkzeuge für eine verteilte Struktur: verteilte Module an den IIE Standorten, Gatherer an den IIE Standorten, Broker an den SSB-Standorten ergänzt werden.

Autoren-Registry Modell von PhysNet

Verteilter Autorennachweis (Modell).

Registry für Institute: Modell in PhysNet

Instituts-Registry in der Physik als Modell für ein Registry der Erzeuger von eLearning Modulen.

Umsetzung des Vorschlages



Korrekturen und Ergänzungen an Eberhard R. Hilf.