Autorenidentifikation — ORCID als ein innovativer Ansatz

Autor: Thomas Severiens
Veröffentlicht am: 2012-07-11

Eine verlässliche Identifikation der Autorschaft wissen­schaftlicher Werke ermöglicht ein immer bessser unterstütztes Document mining und somit den Aufbau persönlicher Li­te­ra­tur­ver­zeich­nis­se; ist aber auch im In­ter­esse von Bi­blio­the­ken, Ver­lagen, För­der­in­sti­tu­tio­nen etc. DINI ver­an­stal­tet in Ko­ope­ra­tion mit der Helmholtz-Ge­mein­schaft und auf un­se­re Ini­tia­ti­ve hin am 15. Oktober 2012 in Berlin einen Work­shop zum Thema Autoren­identifikation.

Eine eindeutige (nicht im Sinne des englisches Begriffes „unique“), übergreifende und persistente Autorenidentifikation ist im Interesse aller am Wissenschaftprozess beteiligten Personen, von den Bibliotheken und Verlagen, über die Förderer bis hin zu den Wissenschaftlern selbst. Bisher gibt es hier nur Insellösungen in einzelnen Repositorien, Verlagen oder Nachweisdiensten und keine übergreifende, umfassende Lösung, weil der dazu notwendige Zugriff auf die Datenbestände Dritter verweigert wird, oder national hoheitliche Anforderungen entgegenstehen. Es fehlt auch an Konzepten und Vertrauen bzgl. des Schutzes vor Missbrauch der Daten.

Die in 2009 gegründete internationale Initiative ORCID (Open Researcher & Contributor ID) verfolgt nun das Ziel, einen international einheitlichen Standard zur Identifikation wissenschaftlicher Autorinnen und Autoren zu etablieren, der die vorhandenen Insellösungen verbindet und gleichzeitig einen eigenen Identifikator etabliert. Hierzu wurde als Erstes ein breites Konsortium an ORCID-Unterstützern gegründet – zu denen seit Beginn auch das ISN gehört. Der „non-profit“-Ansatz, die volle Internationalität und die offene Gleichbehandlung von ORCID verspricht, den notwendigen Spagat zwischen einer globalen und einer sicheren Lösung zu schaffen.

Wir haben zusammen mit DINI und der Helmholtz-Gemeinschaft diesen Workshop initiiert, um in Deutschland das Bewusstsein für die technischen und organisatorischen Anforderungen und Chancen eines globalen Autorenidentifikationssystems zu verbreitern, und insbesondere die inzwischen zahlreichen Open Access Repositorien, wie auch Autoren und Institute zu informieren, wie sie Nutzen aus einer Teilnahme an ORCID für ihre Dienste ziehen können.

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